Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich als persönliches Projekt für diesen Blog. Jeder ist für seine eigenen Handelsentscheidungen selbst verantwortlich.
Es wird Zeit für ein ehrliches Update. Die letzten zwei Wochen waren von den Setups her eigentlich mega geil. Viele davon sind auch aufgegangen, in die richtige Richtung gelaufen und haben genau das gemacht, was ich erwartet hatte. Nur leider wollte es bei einigen Trades einfach nicht auf meiner Seite sein. Und das gehört eben auch zum Trading, wie alles andere. Aber fangen wir vorne an.
1) Bitcoin Short: Exakt am Stop rausgeholt
Das erste Ding war ein BTC/USD Short. Ich bin mit zwei Positionen reingegangen, jeweils 0.02 Lots. Der Stop Loss lag knapp bei 60 bis 61 Punkten über meinem Entry.

Und was soll ich sagen. Im Chart sieht man es eins zu eins. Genau an dem Punkt, wo mein Stop lag, ist das Ding zusammengebrochen und nach unten geknallt. Exakt in die Richtung, in die ich eigentlich traden wollte. Klassiker. Der Markt holt dich ab, nimmt deine Liquidität mit und rennt dann ohne dich los.
Hätte ich mit meinem Stop ein bisschen gespielt, hätte ich ihn vielleicht mitgenommen. Oder er wäre sogar noch weiter gefallen und hätte mir noch mehr Kapital aus dem Markt gespült. Aber genau das ist der Punkt: Mit dem Stop spielen kann in beide Richtungen gehen. Entweder du nimmst den Trade mit, oder er reißt dir noch mehr Geld aus der Hand. Deswegen war die Entscheidung klar. SL Hit und raus. So ist das Spiel.
- Ergebnis: -62,31 und -63,43 USD
2) AUD/CHF: Eins zu eins das Gleiche
Beim AUD/CHF ist genau das Gleiche passiert. Stop gesetzt und exakt am Stop hat das Ding dann gedreht. Ich war mit drei Positionen drin und alle drei wurden ausgestoppt.

Vielleicht hätte ich den Trade noch mitgenommen, wenn ich den Stop weiter gesetzt hätte. Vielleicht wäre er dann sogar noch weiter gelaufen. Aber das sind alles Konjunktive, die im Nachhinein nichts bringen. Fakt ist: Der Stop war gesetzt, er wurde getriggert, der Trade ist geschlossen. Punkt.
Das ist eben das Ding beim Traden. Manchmal sitzt alles perfekt und trotzdem holst du dir nur den Verlust ab. Da hilft kein Ärgern, kein Nachdenken, kein was wäre wenn. Es passiert und man macht weiter.
- Ergebnis: -26,04 / -209,98 / -88,65 USD
3) WTI: Break Even und Feierabend
WTI war ehrlich gesagt auch ein bisschen ärgerlich. Der Trade lief eigentlich ganz ordentlich, war sogar leicht im Profit. Ich hatte ihn schon ein Stück in den Gewinn gezogen und kurz davor Teilprofite genommen.

Im Bild sieht man jetzt nur den Break Even. Am Ende war es ein Plus Minus Null. Kein Verlust, aber eben auch kein nennenswerter Gewinn. Das ist basic Kapitalerhaltung, nicht mehr und nicht weniger. Manchmal muss man das aber auch einfach so akzeptieren.
- Ergebnis: +9,80 / +9,80 USD (Teilprofite)
4) Erdgas (NGAS): Mein schlechtester Trade
Jetzt kommt der Trade, bei dem ich ehrlich zugeben muss: Das war einfach kein guter Trade. Die Saisonalität als auch die Positionierung der Institutionellen war zwar positiv gewesen. Aber overall muss ich sagen, dass meine Execution richtig schlecht war.

Es hatte keine valide Entry Zone in Bezug auf die Validierung, wann ich Entries nehme und wann nicht. Das war, und da bin ich ehrlich, teilweise emotional bedingt. Ich wollte einsteigen, weil ich dachte, etwas nicht verpassen zu wollen. Klassischer FOMO Fehler. Jeder kennt das Gefühl, aber es rechtfertigt keinen Trade.
Ich hatte den Stop Loss auch deutlich kleiner gesetzt, da ich davor schon ein paar Verluste eingefahren hatte. Das ist an sich keine schlechte Idee, aber wenn der Entry nicht stimmt, bringt dir der kleinste Stop der Welt nichts. Und ja, passiert eben. Der Trade lief gegen mich und das war es dann.
- Ergebnis: -94,00 / -86,00 USD
5) GBP/AUD: Der Traum Entry
Dafür aber beim GBP/AUD. Ich war ja overall generell in den letzten Wochen sehr shortlastig auf Risikoanlagen eingestellt, was auch genauso aufgegangen ist. Und beim GBP/AUD konnte ich einen richtig clean geilen Trade mitnehmen.

Der hat ungefähr 120 bis 138 USD eingebracht und war wirklich ein echter Traum Entry. Der Einstieg saß perfekt, der Kurs lief sofort in meine Richtung und hat sich sauber entwickelt. Das sind die Trades, für die man das alles macht. Wo die Analyse stimmt, der Entry stimmt und der Markt dir einfach gibt, was du sehen wolltest.
Der hat zumindest wieder einiges rausgeholt, was die anderen Verluste angeht. Genau solche Trades braucht man, um die Drawdowns auszugleichen und das Konto in Balance zu halten.
- Ergebnis: +138,28 USD
6) CAD/JPY: Trend Follow mit schnellem Schnitt
Beim CAD/JPY bin ich mit dem Trend eingestiegen und konnte dort auch noch ein paar schöne Gewinne mitnehmen.

Allerdings bin ich recht frühzeitig wieder raus. Es war eher ein kurzer Trade, weil ich meines Erachtens nicht wirklich an einer Stelle einen Entry genommen hatte, bei dem ich sagen konnte: Okay, da kannst du den sicher laufen lassen für einen größeren oder längeren Trade. Deswegen bin ich da etwas früher rausgegangen und habe die Gewinne mitgenommen, solange sie da waren.
Die Basis für den Trade war die gleiche wie bei den anderen JPY Crosses: Geldströme rein in die Safe Heavens und raus aus den Risikowährungen. Das hat auch in der Praxis genauso funktioniert.
- Ergebnis: +25,33 USD
7) AUD/JPY: Ebenfalls Trend Follow
AUD/JPY war eine ähnliche Situation wie der CAD/JPY. Trend Follow Trade, der ebenfalls schön aufgegangen ist. Basierend auf den Geldströmen in die Safe Heavens und raus aus den Risikowährungen.

Auch hier bin ich recht früh raus, weil die Stelle, an der ich eingestiegen bin, nicht unbedingt die war, die man für einen längeren Swing Trade braucht. Also habe ich die schnellen Gewinne mitgenommen und das Risiko reduziert. Manchmal ist ein schneller, sicherer Gewinn besser als ein langer Trade, der dann doch wieder dreht.
Die Übersicht: So sieht es aus
Zum Schluss noch die Übersicht der letzten zwei Wochen. Im Bild sieht man alle abgeschlossenen Positionen mit den jeweiligen Ergebnissen.

Teilweise gut, teilweise schlecht. Overall bin ich ein bisschen im Minus gelandet mit diesen Wochen. Das ist natürlich nicht das, was man sich wünscht, aber es ist eben ehrlich. Nicht jede Woche kann eine Gewinnwoche sein, und ich finde es wichtig, das auch genau so zu zeigen. Hier wird nichts geschönt und nichts versteckt.
Den AUD/JPY kann man auf dem letzten Bild leider nicht sehen, der kommt nach den CAD/JPY und GBP/AUD Trades. Aber auch der war ein positiver Abschluss.
Was ich aus diesen zwei Wochen mitnehme
Ganz klar zwei Dinge. Erstens: Die Setups waren gut. Die Analyse hat gestimmt, die Richtung hat gestimmt, und viele der Trades sind genau so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nur hat der Markt mich eben bei einigen exakt am Stop abgeholt, bevor er dann in meine Richtung ging. Das ist frustrierend, aber es ist eben Teil des Spiels.
Zweitens: Der NGAS Trade war emotional. Das muss ich mir eingestehen. Da war keine saubere Validierung, kein klarer Entry Grund, nur das Gefühl, etwas verpassen zu können. Und genau solche Trades sind die, die am meisten wehtun, weil man hinterher weiß, dass man es besser hätte machen können.
Der EUR/USD Trade, der derzeit noch offen ist, wird hoffentlich noch was rausholen. Aber das wird sich zeigen. Aktuell heißt es abwarten und den Markt arbeiten lassen.
So lief meine Woche. Oder besser gesagt: meine letzten zwei Wochen.
Melvin