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Markt & Trades

Trade-Update: Öl-Short, Bitcoin-Short und warum ich einfach abwarte

5 min Lesezeit
Melvin S.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich als persönliches Projekt für diesen Blog. Jeder ist für seine eigenen Handelsentscheidungen selbst verantwortlich.

Overall hat sich an meinen offenen Positionen nicht allzu viel verändert. Das Portfolio läuft, die Setups stehen. Was sich allerdings geändert hat: Es sind zwei neue Positionen hinzugekommen, die ich hier einmal aufschlüsseln möchte. Dazu ein kurzes Update zu den bestehenden Trades im AUD/CHF und CAD/JPY.


1) Öl-Short: Warum $200 pro Barrel nicht realistisch ist

Ich habe eine neue Short-Position auf WTI-Öl eröffnet. Die Kernthese: Öl ist meiner Meinung nach derzeit deutlich überbewertet.

WTI Öl – Chartanalyse in TradingView
WTI Öl – Chartanalyse in TradingView

Es gibt aktuell eine lautstarke Fraktion, die davon ausgeht, dass wir in Richtung $200 pro Barrel laufen. Meine ehrliche Einschätzung dazu: Sollte das tatsächlich passieren, haben wir ein ganz anderes Problem als den Ölpreis. $200 pro Barrel würde eine globale Wirtschaftskrise implizieren, bei der wir uns über deutlich dramatischere Dinge als einen Chart unterhalten müssten.

Für mich ist das aktuelle Preislevel in großen Teilen schlicht mediengetrieben. Die Schlagzeilen treiben die Spekulation, nicht die fundamentalen Daten.

Was für den Short spricht

Dazu kommen mehrere Faktoren, die mein bärisches Bild stützen:

  • Die Saisonalität ist aktuell nicht optimal für eine Long-Positionierung in Öl
  • Die Retail-Positionierung ist, wie ich es bereits in einem früheren Blogbeitrag ausführlich beschrieben habe, extrem auf der Long-Seite. Für mich als Contrarian ist das ein starkes Short-Signal
  • Es gibt wirtschaftliche Hintergründe, die für eine schwächere Nachfrage sprechen
  • Es gibt geopolitische Faktoren: die Situation rund um China und den Yuan, die Lage an der Straße von Hormus und die Dynamik rund um Japan und den Yen

All das zusammengenommen ergibt für mich ein Umfeld, in dem weitere Short-Szenarien für Öl in den nächsten Wochen wahrscheinlicher sind als eine Fortsetzung der Rallye.

Öl Short-Position in MetaTrader
Öl Short-Position in MetaTrader


2) Bitcoin-Short: Liquidity Grab als Kernthese

Die zweite neue Position ist ein Bitcoin-Short. Diese Position ist bewusst mit etwas weniger Risiko gewählt als üblich.

Bitcoin/USD – Chartanalyse
Bitcoin/USD – Chartanalyse

Die Idee dahinter

Bitcoin hat ein sehr typisches Verhaltensmuster: Sobald der Markt annimmt, dass ein Boden gefunden wurde, dreht das allgemeine Anlage-Sentiment sehr schnell in eine Long-lastige Positionierung. Die Masse wird bullisch, Retail stapelt sich auf der Käuferseite.

Und genau in diesen Phasen tendiert Bitcoin extrem gerne dazu, nochmal einen schnellen Liquidity Grab durch eine gesamte Konsolidierung hindurch durchzuführen. Das bedeutet: Der Preis bricht nochmal scharf nach unten aus, nimmt die Stop-Losses der Long-Positionierten mit und sammelt die Liquidität ein, bevor es eventuell tatsächlich in die nächste Aufwärtsbewegung geht.

Meine Kerntheorie: Ein Liquidity Grab bis in den Bereich von $58.000 ist durchaus möglich. Genau auf dieser These basiert mein Entry.

Bitcoin Short-Position in MetaTrader
Bitcoin Short-Position in MetaTrader


3) AUD/CHF: Bärische Strukturen, aber noch kein Durchbruch

Zum AUD/CHF gibt es verhältnismäßig wenig zu sagen. Der Kurs hatte kurz vor meinem Stop-Loss umgedreht und hat daraufhin erst einmal bärische Strukturen aufgebaut. Das ist grundsätzlich positiv für meine Short-These.

Nichtsdestotrotz entwickelt er sich aktuell wieder leicht positiv, also in die falsche Richtung für meinen Trade. Da kann ich derzeit nicht viel dran machen.

AUD/CHF – aktuelle Chartsituation
AUD/CHF – aktuelle Chartsituation

Was ich mir allerdings anschaue, ist das Volumen: Es nimmt ab, und gleichzeitig baut der Preis tendenziell wieder auf. Das ist ein klassisches Muster, das auf ein mögliches Reversal hindeuten kann. Sprich: Es könnte sich um einen Fake-Out handeln, bei dem der Preis zwar Long aufbaut, aber entgegen der eigentlichen Struktur letztlich doch wieder nach unten dreht.

Abwarten und beobachten.


4) CAD/JPY: Volumen verfolgen und abwarten

Beim CAD/JPY sieht es im Grunde genommen genauso aus. Auch hier bleibt mir nichts anderes übrig, als das Volumen zu verfolgen und die Preisentwicklung zu beobachten.

CAD/JPY – Volumenanalyse
CAD/JPY – Volumenanalyse

Entweder geht es in den Stop-Loss oder nicht. So simpel ist das manchmal. Kein Drama, keine Emotion. Wir werden sehen.


Fazit

Zwei neue Positionen im Portfolio: Öl-Short gegen eine mediengetriebene Rallye und Bitcoin-Short auf Basis eines möglichen Liquidity Grabs. Die bestehenden Trades im AUD/CHF und CAD/JPY laufen weiter. Bei beiden beobachte ich primär die Volumenentwicklung und lasse den Markt entscheiden, ob mein Setup aufgeht oder nicht. Kein Overtrading, kein Panik-Management. Einfach abwarten.