Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich als persönliches Projekt für diesen Blog. Jeder ist für seine eigenen Handelsentscheidungen selbst verantwortlich.
Okay, ich muss hier kurz ehrlich sein: Ich hatte diesen Blogbeitrag eigentlich gestern Abend schon komplett fertig gemacht. Das heißt: Alles war fertig getippt... oder besser gesagt fertig tippen lassen. Für alle, die es noch nicht wissen: Ich nehme meine Blogbeiträge eigentlich als kleine Podcasts mit mir selbst auf und lasse sie dann transkribieren. :D
Die Analyse saß jedenfalls. Und dann kam der heutige Tag... Leider hat sich das alles über Nacht ein bisschen anders entwickelt und der Markt hat mich quasi überholt, bevor der Post überhaupt online gehen konnte.
Was ist passiert? Nun ja, werfen wir mal einen Blick auf die Realität...
1) CAD/JPY Short: Stop-Loss gerissen
Das hier war schon gestern Realität: Mein CAD/JPY Trade ist leider in den Stop-Loss gelaufen. Dort wurde die Position Ende letzter Woche automatisch geschlossen. Manchmal geht ein Setup einfach nicht auf – das gehört dazu und wird konsequent verbucht.

2) GBP/AUD Long: Aus "läuft super" wurde "geschlossen"
Gestern Abend stand hier noch: "Beim GBP/AUD sieht es hingegen deutlich besser aus. Die Position baut sich schön auf..."
Tja. Die Pusteblume. Das Setup wurde heute leider komplett geschlossen! Aber hey, da ich vorher bereits Teilprofite mitgenommen hatte und den Stop-Loss auf Break Even nachgezogen hatte, bin ich unterm Strich immer noch mit einem kleinen Plus rausgegangen. Ein Gewinn ist ein Gewinn, also kann ich mich hier absolut nicht beschweren.

Die Saisonalität für dieses Paar ist weiterhin top. Besonders spannend: Am vergangenen Freitag kamen neue COT-Daten rein. Der AUD hat im Week-over-Week Change noch einmal gewaltige 15.000 Positionen (Short) abgebaut bzw. gedreht. Das ist wirklich massiv. Seitdem wir die COT-Daten tracken, habe ich so eine extrem veränderte Positionierung beim AUD glaube ich noch nie gesehen. Das macht das Sentiment für den AUD tendenziell zwar noch etwas bullischer, birgt aber auch ein enormes Risiko für sehr volatile Spikes in beide Richtungen.

3) Der nächste Stop-Loss: Yen (JPY) und AUD/JPY
Beim JPY hat sich allgemein leider nicht viel getan. Er hat vor kurzem die komplette Liquidität der letzten Tiefs im Futures-Chart herausgenommen und hält sich derzeit exakt auf diesem Level.

Auf Basis der Saisonalität und meiner weiteren fundamentalen Einschätzung bin ich für eine bullische Bewegung des japanischen Yen in dieses Jahr hinein weiterhin sehr positiv gestimmt.
Gestern schrieb ich noch tapfer als Endsatz: "Trotzdem werde ich meine Position im AUD/JPY Short vorerst weiter offen halten."
Heute die Realität: Mein AUD/JPY Trade ist ebenfalls overall in den Stop-Loss gelaufen und somit komplett raus! Wie gesagt, man muss einfach akzeptieren, dass sich die Märkte manchmal schneller drehen als der eigene Veröffentlichen-Button.
4) Neu dabei: Die AUD/CHF Position
Neu hinzugekommen – und damit nicht einfach nur ein "Überlebender" von gestern, sondern ein komplett frisches Setup – ist meine AUD/CHF Position. Ich habe diesen Trade ganz bewusst in mein Portfolio aufgenommen, basierend auf der starken Saisonalität und den allgemeinen fundamentalen Daten, mit denen ich aktuell arbeite. Die Position läuft jetzt und ich werde dieses Setup definitiv beibehalten.


5) Öl (WTI): Darum trade ich es nicht
Was Öl angeht, bin ich grundlegend erst einmal Short eingestellt, aber – und das ist wichtig – ich trade Öl nicht. (Für die, die es trotzdem interessiert, hier meine Gedanken).

Ich erwarte in den nächsten Tagen irgendeine Form von medialem Ereignis, eventuell einen Ceasefire (Waffenstillstand) oder Ähnliches. Man kann bei Öl durchaus Level um die 50 bis 75 USD erwarten. Aufgrund der extrem massiven Volatilität kann ich mir sogar vorstellen, dass die Lows brechen und wir auf 40 USD fallen.
Aber warum interessiert mich der Markt nicht?
Weil die Positionierung der Großanleger ganz klar auf einer extrem bärischen Seite ist. Oder besser gesagt: Sie befinden sich in einer Extremposition, aus der man leicht ein extrem bärisches Sentiment ableiten kann. Gleichzeitig bauen die Non-Reportables (die Kleinanleger) massiv auf. Historisch gesehen in einer extremen Long-Positionierung. Das ist ein massiv bärisches Zeichen. Die Grundregel lautet oft: Wenn die Masse (Kleinanleger) extrem auf Long positioniert ist, sucht man eher den Short.
Der Herdentrieb beim Öl-Sentiment
Wenn man sich verschiedene Brokerseiten ansieht, die das offene Sentiment ihrer Kunden veröffentlichen, sieht man ein erschreckend klares Bild: Gefühlt alle sind Long im Öl. Nahezu jede Webseite zeigt derzeit eine Long-Positionierung der Retailer an.



Da macht es für mich absolut keinen Sinn, auch nur daran zu denken, hier auf einen Long-Zug aufzuspringen. Für Leute, die vielleicht denken: "Hey, Öl ist gerade günstig, es ist eine gute Idee zu kaufen" – hier als kleiner Tipp: Es ist ganz und gar nicht klug oder "toll", in einen Markt Long zu gehen, in dem die breite Masse bereits völlig einseitig bis zum Anschlag auf der Käuferseite hängt. Finger weg oder Short-Szenarien suchen.