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Markt & Trades

Meine aktuellen Short-Positionen im NZD/JPY und NZD/CHF

6 min Lesezeit
Melvin S.

Aktuell bin ich in zwei Währungspaaren positioniert, aufgeteilt in insgesamt vier Teilpositionen: Short im NZD/JPY und Short im NZD/CHF.

In diesem Beitrag teile ich einfach mal mein persönliches Setup und die Kerngedanken hinter diesen Trades.

Meine vier offenen Short-Positionen in MetaTrader 5, zwei im NZD/CHF und zwei im NZD/JPY
Meine vier offenen Short-Positionen in MetaTrader 5, zwei im NZD/CHF und zwei im NZD/JPY


1) Meine Makro-Idee: Safe-Haven-Inflows

Der Hauptgrund für diesen Trade ist meine persönliche Erwartung, dass wir weiterhin Safe-Haven-Inflows sehen werden. Gefühlt befinden wir uns global in einem recht angespannten Umfeld.

Im Fall von Japan rückt für mich besonders die politische und wirtschaftliche Dynamik unter der neuen Premierministerin Sanae Takaichi in den Fokus. Ein inflationäres Umfeld in Japan, gepaart mit möglichen weiteren Zinsanpassungen (Rate Hikes) der Bank of Japan, könnte dem Yen in meinen Augen neue Stärke verleihen.

Meine Position im NZD/CHF nutze ich dabei als eine Art strategische Absicherung. Sollte der japanische Yen kurzfristig doch nicht genug Kapitalzuflüsse anziehen, profitiert in solchen Marktphasen häufig der Schweizer Franken als klassischer sicherer Hafen. Beide Trades zielen für mich also auf eine Risk-Off-Bewegung ab, bei der Kapital aus dem risikobehafteteren Neuseeland-Dollar in sichere Häfen fließen könnte.


2) Sentiment: COT-Daten und Retail-Positionierung

Wenn ich mir das Sentiment anschaue, finde ich die aktuelle Lage extrem spannend.

COT-Daten (Large Speculators)

Im Yen sehen wir bei den großen Spekulanten zwar noch keine extreme Net-Long-Positionierung, aber ich erkenne einen starken Switch. Seit Januar 2026 werden hier große Short-Positionen abgebaut. Dieser Zuwachs am Open Interest, gerade bei den historisch tiefen Preisen des Yen, ist für mich ein starkes Indiz für eine mögliche Trendwende.

Gleichzeitig ist das Open Interest im NZD stark gefallen. Man sieht im Chart klar den Outflow und die weiterhin dominante Short-Positionierung der Non-Commercials im Neuseeland-Dollar. Das unterstützt meine Vermutung zusätzlich: Kapital fließt aus dem NZD ab und wird in anderen, sichereren Währungen gesucht.

COT-Daten zum NZD: Open Interest mit starkem Outflow und die dominante Short-Positionierung der großen Spekulanten
COT-Daten zum NZD: Open Interest mit starkem Outflow und die dominante Short-Positionierung der großen Spekulanten

Retail Sentiment

Schaut man sich die Non-Reportables bzw. das Retail-Sentiment an, sind die Kleinanleger aktuell massiv auf der Long-Seite im NZD positioniert. Da ich gerne als Contrarian agiere, ist diese extreme Positionierung der Masse für mich persönlich eine schöne Bestätigung für meine Short-Idee.


3) Saisonalität und Charttechnik

Ein weiterer Faktor, den ich in mein Trading einfließen lasse, ist die Saisonalität. Für den aktuellen Zeitraum zeigt mein Indikator für beide Währungspaare signifikant nach unten. Historisch gesehen ist das oft die Zeit, in der der Neuseeland-Dollar schwächelt, während JPY und CHF anziehen. Das Timing hat für mich hier also gut zusammengepasst.

Dazu kommt: Der Neuseeland-Dollar ist nach den jüngsten Bewegungen gegenüber beiden Quote-Währungen für mein Empfinden charttechnisch deutlich überkauft. Das verbessert für mich einfach das Chance-Risiko-Verhältnis für eine Korrektur nach unten.

NZD/JPY

Im NZD/JPY sieht man schön, wie die Saisonalität im aktuellen Zeitraum klar nach unten zeigt. Gleichzeitig befindet sich das Retail-Sentiment auf einem extremen Level, die Masse ist Long. Für mich als Contrarian genau die Bestätigung, die ich brauche.

NZD/JPY Daily Chart mit Saisonalität (zeigt nach unten) und dem extremen Retail-Sentiment auf der Long-Seite
NZD/JPY Daily Chart mit Saisonalität (zeigt nach unten) und dem extremen Retail-Sentiment auf der Long-Seite

NZD/CHF

Im NZD/CHF sieht das Bild ähnlich aus. Auch hier dreht die Saisonalität nach unten, und das Retail-Sentiment ist extrem auf der Long-Seite. Charttechnisch kommt der Kurs gerade von einem deutlichen Hochlauf, was für mich die Short-These zusätzlich stützt.

NZD/CHF Daily Chart mit Saisonalität und extremem Retail-Sentiment, dazu die charttechnisch überkaufte Situation
NZD/CHF Daily Chart mit Saisonalität und extremem Retail-Sentiment, dazu die charttechnisch überkaufte Situation


4) Entry-Kriterium NZD/CHF: Range-Volumen

Beim NZD/CHF habe ich für meinen Entry zusätzlich das Range-Volumen genutzt. Im 1-Stunden-Chart war eine klar definierte Range sichtbar, und das Volumenprofil hat mir gezeigt, wo sich die Liquidität konzentriert. Das ließ sich sehr schön mit der ohnehin bärischen Saisonalität kombinieren. Die Idee: Der Kurs testet die Range-Oberkante, das Volumen bestätigt den Widerstand, und die Saisonalität gibt die übergeordnete Richtung vor.

1H NZD/CHF mit Range-Volumen als Entry-Signal, die Liquiditätskonzentration an der Range-Oberkante in Kombination mit der bärischen Saisonalität
1H NZD/CHF mit Range-Volumen als Entry-Signal, die Liquiditätskonzentration an der Range-Oberkante in Kombination mit der bärischen Saisonalität


Fazit

Die Kombination aus meinem Makro-Ausblick (Safe-Haven-Flows), dem Umschwung bei den COT-Daten, dem extremen Retail-Sentiment und der Saisonalität hat mich dazu bewogen, diesen Trade einzugehen. Beim NZD/CHF kam mit dem Range-Volumen noch ein zusätzliches technisches Entry-Kriterium dazu, das die These für mich abgerundet hat. Ich bin gespannt, ob sich dieses abwärtsgerichtete Umfeld für den Neuseeland-Dollar in den nächsten Tagen und Wochen so ausspielt, wie ich es mir herleite. Oder ob die Neuseeländer hinter der Badezimmertür nur mit dem Bad Dragon darauf warten, bis ich die Hosen runter lasse.